Emotionsaktivierendes Tool zur Arbeit mit Schamerfahrungen und negativem Selbstkonzept
Hinter internalisierter Scham und einem negativen Selbstkonzept stehen häufig frühere, beschämende Erinnerungen, die bis in die Gegenwart nachwirken. Dieses Arbeitsblatt unterstützt deine Patienten und Patientinnen dabei, sich einer früheren schambesetzten Erfahrung behutsam zuzuwenden, sie im Sinne der emotionalen Aktivierung nachzuempfinden und den damaligen Gedanken, Gefühlen und Bedürfnissen mit mehr Verständnis zu begegnen.
Im Mittelpunkt stehen das achtsame Erinnern, das Einordnen der damaligen Schamüberzeugung und die Frage, was das jüngere Ich in dieser Situation gebraucht hätte. Das Arbeitsblatt eignet sich besonders für die emotionsfokussierte Arbeit mit Scham, Selbstkritik und belastenden biografischen Erfahrungen und kann sowohl in der Einzel- als auch in der Gruppentherapie eingesetzt werden.
Therapeutische Interventionen:
• Strukturierte Reflexion einer schambesetzten Erinnerung
• Verbindung zwischen Erfahrungen und Schamüberzeugungen
• Arbeit mit dem jüngeren Ich
• Förderung von Selbstmitgefühl und emotionaler Verarbeitung
Expertentipp: Damit die Technik ihre volle Wirkung entfalten kann, sollte dieses Tool am besten in therapeutischer Begleitung angewendet werden. Nach der inhaltlichen Auseinandersetzung sollten Techniken zur Erdung und zur emotionalen Stabilisierung Anwendung finden (z. B. die 54321 Technik oder achtsames Beobachten einer Empfindung), da die Übung starke, schmerzhafte Gefühle auslösen kann.
Tipp: Dieses Arbeitsblatt baut inhaltlich auf dem Arbeitsblatt „Ich bin falsch!? – Wenn Scham mehr als ein Gefühl ist“ auf. Beide Materialien ergänzen sich und sind ebenso Bestandteile des Schuld-&-Scham-Bundles (folgt in Kürze!).
Quellen und weiterführende Literatur:
Tangney, J. P., & Dearing, R. L. (2002). Shame and guilt. Guilford Press.
Gilbert, P. (2009). The compassionate mind: A new approach to life’s challenges. New Harbinger Publications.
Neff, K. D. (2003). Self-compassion: An alternative conceptualization of a healthy attitude toward oneself. Self and Identity, 2(2), 85–101. https://doi.org/10.1080/15298860309032










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