Arbeitsblatt: Fehlregulation erkennen – Tool zur Bewertung von Regulationsversuchen
Viele Reaktionen auf Dysregulation fühlen sich im Moment sinnvoll an. Sie entlasten, schaffen Abstand oder geben kurz wieder Kontrolle. Mittel- und langfristig erweisen sie sich aber oft als eher kontraproduktiv. Der Zustand kommt schnell zurück, wird stärker oder verschiebt sich, es ergeben sich negative Konsequenzen und Ziele werden nicht erreicht.
Dieses Arbeitsblatt hilft dabei, eigene Reaktionen nicht nur zu benennen, sondern ihre Wirkung über die Zeit zu überprüfen. Im Fokus steht die Frage, ob eine Reaktion tatsächlich zur Regulation beiträgt oder den Zustand eher aufrechterhält.
Dazu werden drei Ebenen systematisch betrachtet:
- die unmittelbare Wirkung (fühlt es sich besser an?)
- der weitere Verlauf (bleibt es so oder kippt es wieder?)
- die Folgen im Alltag (was kostet mich diese Reaktion langfristig?)
So wird sichtbar, welche Muster kurzfristig entlasten, aber langfristig Probleme machen, zum Beispiel durch Vermeidung, steigende Abhängigkeit von bestimmten Strategien oder konkrete Konsequenzen wie Aufschieben, Zeitdruck oder verpasste Termine.
Das Arbeitsblatt baut auf der Analyse von Dysregulationsmerkmalen und typischen Reaktionen auf und ist der Zwischenschritt, der oft fehlt: die ehrliche Prüfung, ob das eigene Verhalten wirklich hilft.
Darauf aufbauend können im nächsten Schritt funktionalere Regulationsziele und Strategien entwickelt werden.
Du erhältst eine bunte und eine kopierfreundliche Schwarz-weiß-Vorlage.
Tipp: Dieses Therapietool ist auch Teil des Sparsets Nervensystem und Regulation (folgt in Kürze!) .
Quellen und weiterführende Literatur:
Cacioppo, J. T., Tassinary, L. G., & Berntson, G. G. (Eds.). (2017). Handbook of psychophysiology (4th ed.). Cambridge University Press.
Gross, J. J. (Ed.). (2014). Handbook of emotion regulation (2nd ed.). Guilford Press.
Pinel, J. P. J., & Barnes, S. J. (2021). Biopsychology (11th ed.). Pearson.












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