Innere Leitung stärken – Selbstführung im Inneren Team entwickeln
Wer hat eigentlich das Sagen in unserem Kopf? Manchmal übernimmt eine besonders laute innere Stimme die Führung, während andere Anteile kaum zu Wort kommen. Ein Teil möchte möglichst jedes Risiko vermeiden, ein anderer drängt auf schnelle Entscheidungen und wieder ein anderer versucht, es allen recht zu machen. Doch wer behält dabei den Überblick?
Im Modell des Inneren Teams nach Friedemann Schulz von Thun kommt der inneren Leitung eine besondere Aufgabe zu: Sie nimmt die verschiedenen Stimmen wahr, vermittelt zwischen widersprüchlichen Anliegen und sorgt dafür, dass Entscheidungen nicht allein von besonders dominanten Anteilen bestimmt werden.
Das Arbeitsblätter-Set „Innere Leitung stärken“ unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, diese moderierende Funktion besser zu verstehen, die eigene innere Selbstführung zu reflektieren und gezielt weiterzuentwickeln.
Dieses Therapietool ist Teil des Sparsets „Inneres Team“ mit weiteren Materialien zum Erkennen, Erkunden und Visualisieren innerer Anteile sowie zur Stärkung der inneren Leitung.
Das Set enthält zwei strukturierte Arbeitsblätter, die zentrale Aspekte der inneren Selbstführung aufgreifen:
- Innere Leitung verstehen: Welche Aufgabe übernimmt die innere Leitung und wie unterscheidet sie sich von einzelnen, besonders dominanten Anteilen?
- Eigene Selbstführung reflektieren: Wie gut gelingt es aktuell, unterschiedliche innere Stimmen wahrzunehmen, ohne sich vorschnell von einer bestimmen zu lassen?
- Innere Dynamiken erkennen: Wann übernehmen einzelne Anteile die Führung und welche Stimmen werden möglicherweise übergangen?
- Leitungsfähigkeiten stärken: Wie lassen sich Überblick, Ambiguitätstoleranz, Werteorientierung und die Fähigkeit zum Abwägen unterschiedlicher Bedürfnisse weiterentwickeln?
- Perspektivwechsel üben: Wie könnte eine reflektierte, verantwortliche innere Leitung auf schwierige Situationen und widersprüchliche Anliegen reagieren?
Ziel ist nicht, dass ein bestimmter Anteil gewinnt oder andere Stimmen zum Schweigen gebracht werden. Stattdessen geht es darum, unterschiedliche Bedürfnisse und Perspektiven zu berücksichtigen und daraus stimmige, verantwortete Entscheidungen zu entwickeln. Nicht jede innere Stimme muss das letzte Wort haben, aber ihre Anliegen dürfen zunächst gehört werden.
Das Therapietool eignet sich besonders für die psychotherapeutische und beratende Arbeit mit inneren Konflikten, Ambivalenzen, Entscheidungsschwierigkeiten, Selbstkritik und widersprüchlichen Bedürfnissen. Es ergänzt die vorangegangenen Materialien zum Erkennen, Sichtbarmachen und Verstehen innerer Anteile und unterstützt den Übergang von der Selbstklärung zur bewussten Selbstführung.
Quellen und vertiefende Literatur
Schulz von Thun, F. (1998). Miteinander reden 3: Das „Innere Team“ und situationsgerechte Kommunikation. Rowohlt. Zum Buch beim Verlag
Schulz von Thun, F., & Stegemann, W. (Hrsg.). (2004). Das Innere Team in Aktion: Praktische Arbeit mit dem Modell. Rowohlt. Zum Buch beim Verlag













Gülcan Irdem –
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