Das Innere Team verstehen – Psychoedukation zu inneren Anteilen
„Ein Teil von mir möchte unbedingt, aber ein anderer sträubt sich dagegen.“ Solche inneren Widersprüche kennen wir vermutlich alle. Gerade in belastenden Situationen oder bei schwierigen Entscheidungen melden sich häufig verschiedene innere Stimmen gleichzeitig, die ganz unterschiedliche Bedürfnisse, Befürchtungen und Ziele verfolgen.
Das Modell des Inneren Teams nach Friedemann Schulz von Thun beschreibt diese innere Vielstimmigkeit als normalen Bestandteil menschlichen Erlebens. Unsere inneren Anteile stehen miteinander in Beziehung, können sich gegenseitig unterstützen, widersprechen oder miteinander in Konflikt geraten.
Das psychoedukative Arbeitsblatt „Innere Anteile erkennen und verstehen“ vermittelt die zentralen Grundlagen des Modells und unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, ihre innere Dynamik besser nachzuvollziehen.
Dabei werden unter anderem folgende Aspekte anschaulich erklärt:
- Warum wir unterschiedliche innere Stimmen und Anteile erleben
- Welche Funktionen und Bedürfnisse hinter einzelnen Anteilen stehen können
- Wie offene und verdeckte Anteile sowie Vordergrund- und Hintergrunddynamiken zusammenwirken
- Wie sich kindliche und erwachsene Erlebnisqualitäten unterscheiden lassen
- Welchen Einfluss verinnerlichte Stimmen wichtiger Bezugspersonen haben können
- Wie innere Anteile miteinander in Beziehung stehen und sich weiterentwickeln können
Das Verständnis dieser Zusammenhänge schafft eine wichtige Grundlage für die weiterführende therapeutische Arbeit mit inneren Anteilen. Wenn unterschiedliche Stimmen erkannt und ihre jeweiligen Anliegen verstanden werden, können innere Konflikte differenzierter betrachtet und neue Möglichkeiten der Selbststeuerung entwickelt werden.
Das Arbeitsblatt eignet sich besonders als Einstieg in die Arbeit mit dem Inneren Team in Psychotherapie, Beratung und Coaching. Es kann auch ergänzend zu anteileorientierten Interventionen in der Verhaltenstherapie, Schematherapie und anderen integrativen Ansätzen eingesetzt werden.
Dieses Therapietool ist Teil des Sparsets „Inneres Team“ mit weiteren Materialien zum Erkennen, Erkunden und Visualisieren innerer Anteile sowie zur Stärkung der inneren Leitung.
Quellen und vertiefende Literatur
Schulz von Thun, F. (1998). Miteinander reden 3: Das „Innere Team“ und situationsgerechte Kommunikation. Rowohlt. Zum Buch beim Verlag
Kumbier, D. (2013). Das Innere Team in der Psychotherapie: Methoden- und Praxisbuch. Klett-Cotta. Veröffentlichungen der Autorin












Gülcan Irdem –
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