Therapietool: Wechselkosten verstehen und reduzieren
Wechsel gehören zum Alltag: zwischen Aufgaben, Gesprächen, Orten, Rollen, Reizen und inneren Zuständen. Für manche Menschen laufen solche Übergänge fast nebenbei, für andere kosten sie überraschend viel Kraft. Das kann sich zum Beispiel darin zeigen, dass das Aufhören schwerfällt, nach einer Unterbrechung der rote Faden weg ist, der Einstieg in die nächste Aufgabe stockt oder viele kleine Wechsel über den Tag hinweg stark erschöpfen.
Solche Wechselkosten können grundsätzlich jede Person betreffen, treten aber besonders häufig bei neurodivergenten Menschen, zum Beispiel bei ADHS oder Autismus, auf. Auch Stress, Reizüberflutung, Zeitdruck oder Erschöpfung können sie verstärken.
Das hier vorgestellte dreiseitige Tool unterstützt dabei, die eigenen Wechselkosten besser zu verstehen und genauer einzuordnen: Wo genau hakt es eigentlich? Beim Loslösen, beim Orientieren, beim Anfangen, beim Wiederfinden des Kontexts oder beim Wechsel zwischen unterschiedlichen körperlichen, emotionalen oder sensorischen Zuständen?
Anschließend werden konkrete, alltagsnahe Strategien vorgestellt, um Übergänge leichter zu gestalten, zum Beispiel durch Vorwarnung, einen guten „Parkplatz“ für offene Aufgaben, vorbereitete Landebahnen für die nächste Tätigkeit, kleine Brücken zwischen zwei Zuständen und das bewusste Reduzieren unnötiger Wechsel.
Quellen und weiterführende Literatur
Monsell, S. (2003). Task switching. Trends in Cognitive Sciences, 7(3), 134–140. https://doi.org/10.1016/S1364-6613(03)00028-7
Rogers, R. D., & Monsell, S. (1995). Costs of a predictable switch between simple cognitive tasks. Journal of Experimental Psychology: General, 124(2), 207–231. https://doi.org/10.1037/0096-3445.124.2.207
Monsell, S., Sumner, P., & Waters, H. (2003). Task-set reconfiguration with predictable and unpredictable task switches. Memory & Cognition, 31(3), 327–342. https://doi.org/10.3758/BF03194391













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