Therapietool zum Thema Verlust, Abschied von Lebenszielen und Neuorientierung
Wenn ein wichtiges Lebensziel unerreichbar wird, braucht es oft erstmal Raum für Trauer, Abschied und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbstbild. Danach meldet sich dann irgendwann die Frage, was von den ursprünglichen Wünschen, Werten und Bedeutungen übrig bleibt und wie ein Leben aussehen kann, das anders verläuft als geplant.
Das zweiteilige Arbeitsblatt „Verlust und Neuorientierung – Ein Leben, das anders wird als gedacht“ ist deshalb als aufbauendes Tool gedacht. Es knüpft besonders gut an die Arbeitsblätter „Abschied von Lebenszielen“, „Scheitern und Selbstwert“ und „Loslassen vs. Aufgeben“ an und führt die bisherige Reflexion vorsichtig in Richtung Neuorientierung weiter.
Im ersten Teil wird noch einmal differenziert betrachtet, was tatsächlich verloren bleibt und nicht ersetzt werden kann. Gleichzeitig wird herausgearbeitet, welche Werte, Bedürfnisse oder Bedeutungen mit dem ursprünglichen Ziel verbunden waren und weiterhin wichtig sind.
Im zweiten Teil richtet sich der Blick behutsam nach vorn. Welche Aspekte dessen, was wichtig war, könnten möglicherweise auch auf anderen Wegen Platz im eigenen Leben finden? Was darf eine andere Form annehmen? Welche Möglichkeiten sollen offenbleiben, ohne den ursprünglichen Verlust kleinzureden? Und was muss im Moment noch gar nicht entschieden werden?
Das Tool vermeidet bewusst vorschnelle Lösungsorientierung. Neuorientierung bedeutet hier nicht, einen Verlust zu ersetzen oder ihm im Nachhinein einen positiven Sinn geben zu müssen. Das Arbeitsblatt eignet sich besonders bei unerreichbar gewordenen Lebenszielen, Krankheit oder Behinderung, beruflichen und privaten Umbrüchen, unerfüllten Lebensentwürfen, Trennung, Abschied sowie in Phasen biografischer Neuorientierung.
Quellen und weiterführende Literatur:
Wrosch, C., Scheier, M. F., Miller, G. E., Schulz, R., & Carver, C. S. (2003). Adaptive self-regulation of unattainable goals: Goal disengagement, goal reengagement, and subjective well-being. Personality and Social Psychology Bulletin, 29(12), 1494–1508. https://doi.org/10.1177/0146167203256921
Wrosch, C., Scheier, M. F., Carver, C. S., & Schulz, R. (2003). The importance of goal disengagement in adaptive self-regulation: When giving up is beneficial. Self and Identity, 2(1), 1–20. https://doi.org/10.1080/15298860309021












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