Therapietool zum Thema Loslassen von unerreichbaren Zielen, Umgang mit Scheitern und Lebensbrüchen
„Loslassen“ ist so ein gut gemeinter, aber häufig wenig hilfreicher Rat bei unerreichbar gewordenen Lebenszielen. Gerade wenn ein Ziel lange wichtig war, viel Kraft gebunden hat oder eng mit Identität und Zukunftsvorstellungen verknüpft ist, kann sich der Abschied davon wie persönliches Aufgeben anfühlen.
Das zweiteilige Arbeitsblatt „Loslassen vs. Aufgeben“ unterstützt deine Klientinnen und Klienten dabei, diese Ambivalenz wahrzunehmen, ihr Raum zu geben und ins Verarbeiten zu kommen. Im ersten Teil wird reflektiert, woran noch festgehalten wird, was das Loslassen erschwert und welche Kosten das weitere Festhalten inzwischen hat. Dabei werden mögliche Gründe wie Hoffnung, Angst vor Endgültigkeit, Loyalität gegenüber einer früheren Version des eigenen Selbst, äußere Erwartungen oder die Sorge vor Orientierungslosigkeit aufgegriffen.
Im zweiten Teil geht es darum, die Konsequenzen des Festhaltens genauer abzuwägen. Das Tool macht sichtbar, dass Loslassen nicht automatisch bedeutet, zu wenig gekämpft zu haben, ein Ziel abzuwerten oder bisherige Anstrengungen für „umsonst“ zu erklären. Gleichzeitig wird Raum dafür geschaffen, dass Ziele wichtig bleiben dürfen, auch wenn sie nicht weiter verfolgt werden. Ein Abschluss-Impuls thematisiert, dass Loslassen nicht immer vollständig geschehen muss. Manchmal verändert sich zunächst nur die Form eines Ziels, der Zeitplan oder die Erwartung daran, wie es erreicht werden sollte.
Zum Abschluss lädt das Arbeitsblatt dazu ein, jenseits von Durchhaltezwang und vorschneller Aufgabe zu prüfen, welcher Umgang mit dem eigenen Ziel im Moment am stimmigsten und fürsorglichsten erscheint.
Das Tool eignet sich besonders bei unerreichbar gewordenen Lebenszielen, biografischen Umbrüchen, langem Festhalten an belastenden Situationen, inneren Konflikten zwischen Hoffnung und Abschied sowie in Phasen, in denen unklar ist, ob weiteres Durchhalten noch hilfreich ist.
Geeignet für Psychotherapie, Beratung und Coaching sowie zur vertiefenden Reflexion zwischen den Sitzungen.
Quellen und weiterführende Literatur:
Wrosch, C., Scheier, M. F., Miller, G. E., Schulz, R., & Carver, C. S. (2003). Adaptive self-regulation of unattainable goals: Goal disengagement, goal reengagement, and subjective well-being. Personality and Social Psychology Bulletin, 29(12), 1494–1508. https://doi.org/10.1177/0146167203256921
Wrosch, C., Scheier, M. F., Carver, C. S., & Schulz, R. (2003). The importance of goal disengagement in adaptive self-regulation: When giving up is beneficial. Self and Identity, 2(1), 1–20. https://doi.org/10.1080/15298860309021












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