Therapietool zum Umgang mit Scheitern und unerreichbaren (Lebens-)Zielen
Manche Ziele begleiten uns über Jahre, formen unsere Identität und unsere Idee über unseren Lebensweg. Wir richten Entscheidungen daran aus, verbinden Hoffnungen damit und entwerfen im Kopf eine Zukunft, in der sie irgendwann Wirklichkeit werden. Wenn ein solches Ziel unerreichbar wird oder sich ein Lebensweg anders entwickelt als gedacht, geht deshalb oft mehr verloren als nur ein konkretes Ergebnis. Ähnliche Themen begegnet uns störungsübergreifend auch immer wieder im therapeutischen Setting. Gerade bei nicht eingetretenen Lebensmöglichkeiten wird Trauer häufig unterschätzt. Manchmal existiert kein klarer Abschied und kein sichtbarer Verlust, obwohl innerlich eine ganze Zukunftsvorstellung aufgegeben werden muss.
Das Arbeitsblatt „Abschied von Lebenszielen – Worum ich trauere“ unterstützt deine Klientinnen und Klienten dabei, diesen Verlust zunächst wahrzunehmen und differenzierter zu verstehen. Im Mittelpunkt steht nicht die schnelle Suche nach einem neuen Ziel, sondern die Frage, was mit dem ursprünglichen Ziel eigentlich verbunden war.
Das Tool führt schrittweise durch vier Bereiche: Zunächst wird das konkrete Ziel oder die Hoffnung beschrieben. Anschließend wird betrachtet, welche Bedürfnisse, Werte und Vorstellungen damit verbunden waren, etwa Zugehörigkeit, Sicherheit, Anerkennung, Familie, Freiheit oder Identität. Ein weiterer Abschnitt richtet den Blick auf die vorgestellte Zukunft und darauf, welche Version des eigenen Lebens oder Selbst darin enthalten war. Abschließend kann genauer herausgearbeitet werden, welcher Teil des Verlustes besonders schmerzt und wo möglicherweise auch Scham, Kränkung oder Veränderungen des Selbstbildes eine Rolle spielen.
Ich arbeite damit gerne bei
- nicht erreichten oder unerreichbar gewordenen Lebenszielen,
- beruflichen oder persönlichen Umbrüchen,
- unerfüllten Wünschen und Lebensentwürfen,
- Trennung und anderen biografischen Veränderungen,
- Veränderungen durch Krankheit, Behinderung oder eingeschränkte Möglichkeiten,
- Scham und Selbstwertthemen nach wahrgenommenem Scheitern und
- Trauer um nicht gelebte Möglichkeiten.
Das Arbeitsblatt eignet sich für den Einsatz in Psychotherapie, Beratung und Coaching sowie als strukturierte Reflexion zwischen den Sitzungen.
Quellen und weiterführende Literatur:
Wrosch, C., Scheier, M. F., Miller, G. E., Schulz, R., & Carver, C. S. (2003). Adaptive self-regulation of unattainable goals: Goal disengagement, goal reengagement, and subjective well-being. Personality and Social Psychology Bulletin, 29(12), 1494–1508. https://doi.org/10.1177/0146167203256921
Wrosch, C., Scheier, M. F., Carver, C. S., & Schulz, R. (2003). The importance of goal disengagement in adaptive self-regulation: When giving up is beneficial. Self and Identity, 2(1), 1–20. https://doi.org/10.1080/15298860309021












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