Therapietool: Wie Scham aufrechterhalten wird und was man dagegen tun kann
Scham kann sich hartnäckig halten, selbst wenn die auslösenden Erfahrungen längst zurückliegen. Ein wichtiger Grund dafür sind Schutzstrategien: Rückzug, Masking, Perfektionismus oder People Pleasing können kurzfristig entlasten, verhindern jedoch manchmal genau die Erfahrungen, die bestehende Schamüberzeugungen infrage stellen könnten. So entsteht ein Kreislauf, in dem sich Scham immer wieder selbst bestätigt.
Dieses Arbeitsblätter-Set verbindet das Verstehen des Schamkreislaufs mit einem konkreten Verhaltensexperiment. Patienten und Patientinnen lernen zunächst, wie Auslöser, Schamgedanken, Gefühle und Schutzstrategien zusammenspielen und warum korrigierende Erfahrungen ausbleiben. Anschließend wird erprobt, eine vertraute Schutzstrategie in einer geeigneten Situation vorsichtig zu verändern und zu beobachten, was tatsächlich passiert.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, sich möglichst viel Scham auszusetzen oder Schutzstrategien einfach abzulegen. Neue Erfahrungen sollen in einem sicheren Umfeld und in kleinen, bewältigbaren Schritten stattfinden. Ziel ist, bisherige Erwartungen behutsam zu überprüfen und Erfahrungen zu ermöglichen, die alten Schamüberzeugungen widersprechen können.
Enthaltene Arbeitsblätter:
- Der Schamkreislauf: Wie Scham sich selbst aufrechterhält
Das Arbeitsblatt veranschaulicht den Kreislauf aus auslösender Situation, Schamgedanken und -gefühlen, Schutzstrategien, kurzfristiger Erleichterung und ausbleibenden neuen Erfahrungen. Reflexionsfragen unterstützen dabei, die eigene Aufrechterhaltung von Scham besser zu verstehen. - Meine Scham überwinden: Kleine Schritte aus dem Schamkreislauf
Das praxisorientierte Arbeitsblatt überträgt das Modell in ein konkretes Verhaltensexperiment: Eine schambesetzte Situation und die damit verbundenen Schutzstrategien werden ausgewählt, Erwartungen vorab festgehalten und anschließend mit dem tatsächlichen Erleben verglichen. Daraus können kleine nächste Schritte für weitere korrigierende Erfahrungen abgeleitet werden.
Tipp: Dieses Arbeitsblatt baut inhaltlich auf dem Arbeitsblatt „Ich bin falsch!? – Wenn Scham mehr als ein Gefühl ist“ und „Scham und Schutzstrategien“ auf. Gemeinsam bilden sie einen aufeinander abgestimmten therapeutischen Prozess zum Verständnis und zur Bearbeitung von Scham. Alle Tools sind ebenso Bestandteile des Schuld-&-Scham-Bundles.
Quellen und weiterführende Literatur:
Tangney, J. P., & Dearing, R. L. (2002). Shame and guilt. Guilford Press.
Gilbert, P. (2009). The compassionate mind: A new approach to life’s challenges. New Harbinger Publications.
Neff, K. D. (2003). Self-compassion: An alternative conceptualization of a healthy attitude toward oneself. Self and Identity, 2(2), 85–101. https://doi.org/10.1080/15298860309032












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