Therapietool: Wie Scham mich schützt – Schutzstrategien erkennen und verstehen
Scham zeigt sich nicht nur als unangenehmes Gefühl, sondern beeinflusst auch unser Verhalten. Viele Menschen entwickeln unbewusst Strategien, um Ablehnung, Kritik oder erneute Beschämung zu vermeiden. Sie ziehen sich zurück, versuchen perfekt zu sein, passen sich an, stellen die Bedürfnisse anderer über die eigenen oder verbergen Teile ihrer Persönlichkeit.
Diese Schutzstrategien sind nicht „falsch“. Im Gegenteil: Sie sind häufig nachvollziehbare Versuche, sich vor schmerzhaften Erfahrungen zu schützen. Problematisch werden sie allerdings, wenn sie dauerhaft viel Energie kosten, persönliche Bedürfnisse verdrängen oder das Gefühl verstärken, nur in einer angepassten Version des eigenen Selbst akzeptiert zu werden.
Dieses Arbeitsblätter-Set unterstützt deine Patienten und Patientinnen dabei, individuelle schambedingte Schutzstrategien zu erkennen, ihre ursprüngliche Funktion zu verstehen und den langfristigen Preis dieser Verhaltensweisen zu reflektieren. Statt Selbstkritik stehen Verständnis, Einordnung und Mitgefühl im Mittelpunkt.
Enthalten sind ein psychoedukatives Arbeitsblatt, das typische schambedingte Schutzstrategien wie Rückzug, Perfektionismus, People Pleasing, Überanpassung oder Masking als Ankreuzliste verständlich erklärt, häufige innere Regeln vermittelt und ihre Funktion einordnet. Zwei weitere reflexionsorientierte Arbeitsblätter zur Analyse der persönlichen Schutzstrategie helfen, sich mit typischen Auslösern, Befürchtungen, kurzfristigem Nutzen und langfristigen Kosten auseinanderzusetzen und ein verständnisvolleres Bild für ihr eigenes Verhalten zu entwickeln.
Quellen und weiterführende Literatur:
Tangney, J. P., & Dearing, R. L. (2002). Shame and guilt. Guilford Press.
Gilbert, P. (2009). The compassionate mind: A new approach to life’s challenges. New Harbinger Publications.
Neff, K. D. (2003). Self-compassion: An alternative conceptualization of a healthy attitude toward oneself. Self and Identity, 2(2), 85–101. https://doi.org/10.1080/15298860309032












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