Therapietool gegen Aufgabenexpansion: Der Aufgabenverteiler
Viele Aufgaben bleiben nicht deshalb unbeendet, weil es an Motivation oder gutem Willen fehlt. Manchmal werden sie während der Bearbeitung einfach immer größer. Aus „kurz das Fenster putzen“ wird plötzlich „Fenster putzen, Rahmen reinigen, Spalten auswischen, Fensterbank aufräumen, Schublade sortieren, Müll rausbringen und eigentlich müsste man auch noch …“.
Das Therapietool „Der Aufgabenverteiler“ greift dieses Phänomen der Aufgabenexpansion als niedliche Metapher auf. Es beschreibt anschaulich, wie neu entdeckte Aufgaben einen starken Aufforderungscharakter entwickeln können: Was gesehen wird, fühlt sich schnell wie ein zusätzlicher Arbeitsauftrag an. Besonders bei ADHS, Stress, Überforderung oder hoher innerer Anspannung kann es schwerfallen, neue Reize wahrzunehmen, ohne ihnen sofort folgen zu müssen.
Das dazugehörige Arbeitsblatt „Gesehen heißt nicht beauftragt“ unterstützt Patienten und Patientinnen dabei, aktuelle Aufgaben klarer zu begrenzen, Nebenaufgaben zu erkennen und neue Anforderungen bewusst zu sortieren. Vor Beginn wird festgelegt, was die aktuelle Aufgabe umfasst und wann sie „fertig genug“ ist. Während der Bearbeitung können neu auftauchende To-dos gesammelt und geprüft werden: Gehören sie wirklich zur aktuellen Aufgabe? Werden sie später erledigt? Oder dürfen sie bewusst abgelehnt werden?
Das Material eignet sich besonders für die therapeutische Arbeit zu Exekutivfunktionen, Alltagsorganisation, Prokrastination, Perfektionismus, Überforderung, Stress und Aufgabenbegrenzung. Es kann in der Einzeltherapie, Gruppentherapie, Beratung oder als therapeutische Hausaufgabe eingesetzt werden.









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