Die Feuermetapher – Grübelschleifen erkennen und Gefühle achtsam beobachten
Kennst du diese Patientinnen und Patienten, die sich an einem unangenehmen Erlebnis regelrecht festbeißen? Da wird eine Situation immer und immer wieder durchdacht, jedes Detail analysiert und das Ganze gedanklich noch ein paar Mal durchgespielt. Und mit jeder Runde wird die Wut, Traurigkeit oder Enttäuschung gefühlt noch ein bisschen größer.
Für solche Situationen nutze ich gerne die Feuermetapher.
Sie veranschaulicht, wie sich belastende Gedanken und unangenehme Gefühle gegenseitig verstärken können. Das Gefühl wird dabei mit einem Lagerfeuer verglichen, während wiederkehrende Gedanken gewissermaßen den Brennstoff liefern, der das Feuer weiter anfacht.
Das Infoblatt „Feuermetapher“ hilft deinen Patientinnen und Patienten, solche emotionalen Aufschaukelungsprozesse besser zu verstehen und einen achtsameren Umgang mit belastenden Gefühlen zu entwickeln.
Dieses Therapietool ist Teil des Sparsets „ACT & Psychologische Flexibilität“ mit neun Materialien zu Achtsamkeit, Akzeptanz, kognitiver Defusion und weiteren zentralen ACT-Konzepten. Zwei passende Postervorlagen gibt es kostenlos dazu.
Das emotionale Feuer beobachten, statt es weiter anzufachen
Die Metapher lädt dazu ein, die eigenen Gefühle wie ein Feuer zu betrachten: Wie intensiv ist es gerade? Wie verändert es sich? Und welche Gedanken sorgen möglicherweise dafür, dass immer wieder neuer Brennstoff hinzukommt?
Statt gedanklich immer tiefer in das belastende Ereignis einzusteigen, können deine Patientinnen und Patienten üben, ihre Aufmerksamkeit auf das unmittelbare emotionale Erleben zu richten und dieses möglichst wertfrei zu beobachten.
Dabei geht es nicht darum, das Gefühl zu unterdrücken oder möglichst schnell loszuwerden. Vielmehr soll die Übung helfen, zwischen dem ursprünglichen Gefühl und den Gedanken zu unterscheiden, die es möglicherweise immer wieder verstärken.
Das Infoblatt bietet:
- Eine anschauliche Metapher: Das Lagerfeuer als Bild für das Zusammenspiel von Gefühlen und wiederkehrenden Gedanken.
- Psychoedukation zu emotionalen Aufschaukelungsprozessen: Wie können Grübeln, gedankliches Wiederholen und belastende Interpretationen dazu beitragen, dass unangenehme Gefühle länger anhalten?
- Eine Anregung zur achtsamen Beobachtung: Statt weiteren gedanklichen Brennstoff nachzulegen, wird die Aufmerksamkeit bewusst auf das gegenwärtige emotionale Erleben gelenkt.
Ich setze die Feuermetapher besonders gerne bei Menschen ein, die zum Grübeln, gedanklichen Kreisen und längeren Haftenbleiben an belastenden Erlebnissen neigen. Sie eignet sich beispielsweise für die therapeutische Arbeit bei Ärger, Kränkungen, Enttäuschungen und anderen intensiven emotionalen Reaktionen.
Das Material lässt sich gut in die ACT-orientierte Psychotherapie, Achtsamkeitsarbeit und Emotionsregulation integrieren. Die Metapher bietet dabei einen niedrigschwelligen Zugang zu Akzeptanz und einer beobachtenden Haltung gegenüber dem eigenen Erleben.
Wenn deine Patientinnen und Patienten etwas mehr Unterstützung beim bewussten Wahrnehmen ihrer Gefühle benötigen, kannst du wunderbar das Arbeitsblätter-Set „Empfindungen erforschen“ anschließen.
Denn manchmal braucht ein Gefühl gar keine weitere gedankliche Analyse. Manchmal darf es einfach erst einmal da sein, ohne dass wir ständig neues Holz ins Feuer werfen. 😉












Andrea H. –
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Gülcan Irdem –
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