Therapietool: Aufrechterhaltende Faktoren von Angststörungen im Teufelskreismodell
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Für die therapeutische Arbeit ist jedoch nicht nur die Angst selbst entscheidend, sondern vor allem die Frage, welche Mechanismen sie langfristig aufrechterhalten. Gedanken, Körperreaktionen, Aufmerksamkeit, Vermeidung sowie Sicherheits- und Kontrollverhalten können sich gegenseitig verstärken und so einen stabilen Teufelskreis der Angst bilden.
Dieses Therapietool ist Teil des Sparsets „Angst & Exposition“ mit weiteren Materialien zum Verstehen von Angst, Erkennen von Sicherheitsverhalten und Vorbereiten expositionsbasierter Interventionen.
Das Therapietool „Teufelskreise der Angst“ bietet eine klar strukturierte, verhaltensanalytisch fundierte Möglichkeit, diese aufrechterhaltenden Faktoren gemeinsam mit Patientinnen und Patienten zu erfassen und im therapeutischen Gespräch zu bearbeiten.
Im Zentrum stehen fünf zentrale Bereiche:
- bedrohliche Gedanken und Bewertungen
- Vermeidung
- körperliche Alarmreaktionen
- Aufmerksamkeitsfokus auf Gefahr
- Sicherheits- und Kontrollverhalten
Das Set besteht aus insgesamt vier aufeinander abgestimmten Arbeitsblättern. Ein Schaubild stellt die fünf Bereiche übersichtlich dar und eignet sich zur anschaulichen Psychoedukation über Angst und ihre Aufrechterhaltung.
Eine begleitende Übersicht erläutert typische Mechanismen, während eine weitere Seite konkrete Beispiele aus allen fünf Bereichen enthält – vom Katastrophisieren und der Gefahrenüberschätzung über Vermeidungsverhalten bis hin zu körperlichen Alarmreaktionen und Sicherheitsstrategien.
Das fragengeleitete Arbeitsblatt unterstützt Patientinnen und Patienten anschließend dabei, die individuellen Ausprägungen ihrer eigenen Angst zu identifizieren. Dadurch wird sichtbar, an welchen Stellen therapeutisch angesetzt werden kann und welche Veränderungen besonders relevant sein könnten.
Das Verständnis solcher Angst-Teufelskreise ist ein wichtiger Bestandteil der kognitiven Verhaltenstherapie bei Angststörungen. Wenn nachvollziehbar wird, wie Gedanken, Körper, Aufmerksamkeit und Verhalten zusammenwirken, können Interventionen wie Exposition, Abbau von Sicherheitsverhalten, Verhaltensänderung und kognitive Umstrukturierung besser eingeordnet und vorbereitet werden.
Das Material eignet sich für die psychotherapeutische und beratende Arbeit mit Angststörungen, Panik, sozialer Angst und generalisierter Angst sowie für Aus- und Weiterbildung. Es verbindet Psychoedukation, Verhaltensanalyse und konkrete therapeutische Planung in einem klar strukturierten, praxisnahen Format.
Quelle und weiterführende Literatur
Barlow, D. H. (2002). Anxiety and its disorders: The nature and treatment of anxiety and panic (2nd ed.). Guilford Press.
Hoyer, J., & Knappe, S. (2012). Angststörungen. Hogrefe.
















Annette Fründ –
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